Projektbeschreibung

Die Windkraftnutzung in Österreich ist aufgrund der klimatischen und geographischen Gegebenheiten mit den Herausforderungen von Eisbildung an Windkraftanlagen konfrontiert.

Unter meteorologischen Bedingungen wie gefrierendem Nebel oder Eisregen kann es zu einer Bildung von Eisanlagerungen an den Rotorblättern von Windkraftanlagen (WKA) kommen. Wenn sich dieses Eis von der Rotorblattoberfläche ablöst, können die so herabfallenden oder weggeschleuderten Eisfragmente ein Sicherheitsrisiko für die Umgebung darstellen. Die Vereisung von WKA ist aufgrund der klimatischen und geographischen Gegebenheiten an Österreichischen Windenergiestandorten und der hohen Besiedlungsdichte gerade in Österreich eine große Herausforderung, umso mehr, wenn man den für die Zukunft angestrebten Ausbau erneuerbarer Energie mitbedenkt.

Obwohl durch die Forschungsanstrengungen in den letzten Jahren, insbesondere im Rahmen der internationalen Forschungskooperation IEA Wind Task 19, das Verständnis und Wissen über die Vereisung von WKA große Fortschritte gemacht hat, ist die verfügbare Datenlage zu Häufigkeit, Anzahl, und Eigenschaften der abfallenden Eisstücke nach wie vor unzufriedenstellend. Ein Teil dieses Problem ist, dass die Anlagenvereisung immer eine Funktion der lokalen Standortbedingungen (Meteorologie, Anlagenbetriebsmodus) ist. Für die Bewertung des Eisfallrisikos im Rahmen von behördlichen Genehmigungsverfahren von Windkraftprojekten ist man daher vielfach auf vereinfachende Abschätzungen angewiesen.

Das Projekt R.Ice, hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die im Zusammenhang mit der Vereisung von WKA bestehenden Fragestellungen unter besonderer Berücksichtigung der spezifisch Österreichischen Anforderungen und Bedingungen zu beantworten.

Wesentlichen Ziele im Projekt R.Ice waren:

  1. Die Modellierung einer Österreichweiten Karte der Vereisungsmeteorologie und deren Abgleich mit Messdaten und WKA-Betriebserfahrungen.
  2. Die Beobachtung von Eisabfall-Ereignissen an WKA mittels eines Stereo-Kamerasystems um auf diese Weise eine Datenbasis für Anzahl, Größe und Flugtrajektorien der herabfallenden Eisfragmente zu gewinnen.
  3. Die Regionsweise Ausweisung von Eisfall-Kennzeichnungsbereichen durch Modellierung der Auftreffwahrscheinlichkeiten der Eisstücke und Annahmen über die Aufenthaltsszenarien von Personen im Umfeld der WKA.
  4. Die Erarbeitung von technisch und juristisch fundierten Maßnahmen und Richtlinien zum Umgang mit Eisfallrisiken.

Projektlaufzeit war von April 2016 bis Juni 2019

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